Nutzerzentriertes Design - Die Nutzer*innen immer im Blick

Nutzer*innen im Mittelpunkt

Wie nutzerzentriertes Design Software besser macht          

Wer hat nicht schon einmal vor seinem Computer gesessen und geflucht, weil etwas nicht so funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat? Häufig machen bestimmte Funktionen nicht das, was man erwartet hat, oder man findet die gewünschte Funktion erst gar nicht. Beides führt zu hoher Frustration und wenn es häufig vorkommt, dazu, dass man eine Software nur noch ungern oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr nutzt.

Für uns als Softwareentwickler*innen ist es natürlich das Ziel, dass unsere Nutzer und Nutzerinnen unser Produkt effektiv, effizient und gerne nutzen. Deshalb haben wir seit einiger Zeit mit Sven Burdack einen Experten für UX-Design bei uns, der gemeinsam mit dem Team nutzerzentriertes Design in den Mittelpunkt rückt.

Nutzerzentriertes Design spielt eine immer wichtigere Rolle in der Softwareentwicklung, da es sicherstellt, dass Produkte nicht nur technisch einwandfrei funktionieren, sondern auch die Bedürfnisse und Erwartungen der Nutzer erfüllen. Ein benutzerzentrierter Ansatz sorgt dafür, dass Softwarelösungen benutzerfreundlicher, intuitiver und effektiver gestaltet werden. Dennoch wird nutzerzentriertes Design in der Praxis häufig noch nicht so konsequent angewendet, wie es wünschenswert wäre. Dies kann auf verschiedene Gründe zurückgeführt werden, die von Zeit- und Kostendruck über fehlendes Bewusstsein bis hin zu mangelnder Expertise und hierarchischen Entscheidungsstrukturen reichen.

Was alles zu nutzerzentriertem Design dazugehört, wie man es erreichen kann und wie wir bei OPTANO das aktuell angehen, wollen wir uns in diesem Artikel genauer anschauen.

Nutzerzentriertes Design ist UI-Design...

...und noch viel mehr!

Unter User Centric Design versteht man einen Ansatz in der Produktentwicklung, bei dem die Bedürfnisse, Wünsche und Verhaltensweisen der Nutzer*innen im Mittelpunkt stehen. Es geht darum, Produkte und Dienstleistungen so zu gestalten, dass sie die Anforderungen der Zielgruppe bestmöglich erfüllen und ein positives Nutzererlebnis schaffen. Dieser Ansatz ist wichtig in der Produktentwicklung, da er sicherstellt, dass die entwickelten Produkte tatsächlich von den Nutzer*innen akzeptiert und genutzt werden. Indem die Bedürfnisse der Zielgruppe berücksichtigt werden, können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Produkte einen Mehrwert bieten, die Kundenzufriedenheit steigern und langfristig erfolgreich am Markt bestehen.

Bei der Entwicklung von Software denkt man bei dem Begriff „Design“ direkt an die Benutzeroberfläche (User Interface) einer Applikation. Natürlich ist UI ein wichtiger Bestandteil von nutzerzentriertem Design, jedoch umfasst dieses mehr, als man sich üblicherweise darunter vorstellt. Im Folgenden schauen wir uns an, welche weiteren Aspekte von einer nutzerzentrierten Design profitieren können.

  • Intuitive Benutzeroberfläche (UI)
  • Die Benutzeroberfläche einer Software ist der direkte Berührungspunkt mit den Nutzer*innen und sollte einfach und intuitiv gestaltet sein. Mitarbeiter*innen können sich hierdurch schnell orientieren und die wichtigsten Funktionen leicht finden. Dies lässt sich durch gut strukturierte Menüs, übersichtliche Symbole und eine einheitliche Gestaltungssprache erreichen.
  • Anpassbare Funktionen und Dashboards
  • Da jede*r Mitarbeitende unterschiedliche Aufgaben und Anforderungen hat, kann es Mehrwert bieten Funktionen, Ansichten und Dashboards personalisierbar zu gestalten. So können Nutzer*innen die für sie relevanten Informationen anzeigen und Unwichtiges ausblenden, was eine schnellere und effizientere Arbeitsweise ermöglicht.
  • Automatisierung von Routineaufgaben
  • Zur Steigerung der Effizienz können Routineaufgaben automatisiert werden. Durch die Reduzierung manueller Tätigkeiten können Mitarbeiter*innen ihre Zeit für wesentlichere Aufgaben nutzen.
  • Effektives Datenmanagement
  • Wenn Daten verwaltet werden, ist es sehr wichtig, dass dies mit leistungsfähigen und passenden Werkzeugen geschieht. Dazu zählen beispielsweise eine benutzerfreundliche Dateneingabe, die Möglichkeit, Daten mühelos zu filtern und zu sortieren, sowie die Integration von Suchfunktionen. Mit diesen Maßnahmen können Nutzer*innen relevante Informationen schnell finden und bearbeiten.
  • Schulungen und Support
  • Durch die Bereitstellung von Schulungsressourcen und Supportdokumentationen können Nutzer*innen bei Fragen oder Problemen effektiv unterstützt werden. Denn zu Fragen und Problemen kommt es auch bei der intuitivsten Software. Der Support kann in Form von Video-Tutorials, FAQs oder einem Helpdesk-System erfolgen. Besonderes Augenmerk kann zusätzlich auf die Einführung für neue Nutzer*innen gelegt werden, denn je schneller diese sich zurechtfinden, umso schneller können sie effizient mit der Software arbeiten.

Der Weg zu besserer Software

Methoden und Techniken

Auch wenn das Ziel nutzerzentrierten Designs klar ist, der Weg dorthin ist es leider nicht unbedingt. Denn üblicherweise ist es so, dass die Softwareentwickler*innen, die die Software implementieren, nicht diejenigen sind, die sie später einsetzen. Sofwareentwickler*innen müssen also neben der technischen Umsetzung immer auch die Anforderungen von Nutzer*innen berücksichtigen, die sie möglicherweise noch gar nicht kennen. Mit verschiedenen Methoden und Techniken kann es trotzdem gelingen, die Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzer*innen in den Mittelpunkt zu stellen. Das Wichtigste hierbei ist immer im Fokus zu haben, dass die Nutzer*innen im Mittelpunkt stehen und die eigenen Bedürfnisse und Entscheidungsgrundlagen zumindest zu hinterfragen.

Unter anderem kann Design Thinking als Methode angewendet werden, um die Umsetzung nutzerzentrierten Designs strukturiert anzugehen. Design Thinking ist eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen. Durch eine iterative Prozessstruktur, bestehend aus den Schritten Verstehen, Beobachten, Sichtweise definieren, Ideen finden, Prototypen entwickeln und Testen, wird eine ganzheitliche Herangehensweise an die Problemlösung ermöglicht.

Dabei ist es wichtig, mit einem offenen Mindset zu arbeiten, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und frühzeitig Prototypen zu entwickeln, um schnell Feedback zu erhalten und die Lösung kontinuierlich zu verbessern. Design Thinking fördert kollaboratives Arbeiten im Team, Kreativität und den Fokus auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen, um innovative und nutzerzentrierte Lösungen zu entwickeln.

Im Rahmen des Design Thinking Prozesses können folgende Methoden helfen, nutzerzentriertes Design umzusetzen:

  • Nutzerinterviews
  • Durch direkte Gespräche mit den Nutzer*innen können deren Anforderungen, Wünsche und Probleme besser verstanden werden.
  • Personas
  • Die Erstellung von fiktiven Nutzerprofilen ermöglicht es, sich in die Zielgruppe hineinzuversetzen und deren Bedürfnisse besser zu verstehen.
  • User Journeys
  • Die Visualisierung des gesamten Nutzererlebnisses von Anfang bis Ende hilft dabei, Schwachstellen im Designprozess zu identifizieren und zu verbessern.
  • Prototyping
  • Durch die Erstellung von Prototypen können Ideen schnell getestet und weiterentwickelt werden, um sicherzustellen, dass das Endprodukt den Nutzeranforderungen entspricht.
  • Co-Creation-Workshops
  • Durch die Zusammenarbeit mit den Nutzer*innen können Ideen gemeinsam entwickelt und validiert werden, um sicherzustellen, dass das Endprodukt wirklich den Bedürfnissen der Zielgruppe entspricht.
  • Usability-Tests
  • Tests von Prototypen oder bestehenden Produkten mit echten Nutzer*innen helfen dabei, die Benutzerfreundlichkeit zu bewerten und Verbesserungspotenziale aufzudecken.

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Doch gerade wenn es um die Überarbeitung bereits bestehender Software geht, gibt es häufig nicht nur inhaltliche Hürden, sondern möglicherweise auch Vorbehalte und Widerstand bei Entwicklerer*innen und dem bereits bestehenden Nutzer*innenkreis. Wie man hiermit umgehen kann, haben wir Sven Burdack, Senior UI/UX Software Engineer bei OPTANO, in unserem Interview gefragt.

Du arbeitest bei uns mit einer Software und einem Team, dass über Jahre gewachsen ist. Wie steigt man am besten ein?
Zuerst muss ich die Software kennenlernen. Das Wichtigste ist, die Zusammenhänge bestimmter Prozesse zu verstehen. Es gibt immer Gründe, warum Entwickler*innen sich dafür entschieden haben, Dinge so zu machen, wie sie sind. Diese Gründe muss ich nachvollziehen können, und ich versuche dann gegebenenfalls, die Perspektive auf die Nutzer*innensicht zu erweitern. Wie lassen sich die Anforderungen der Nutzer*innen und der Entwickler*innen am besten verbinden? Dabei betrachte ich unter anderem die Verbesserung der Benutzeroberflächen und der User Experience für die Nutzer*innen unserer Software.
Wie sieht deine tägliche Zusammenarbeit mit den Entwickler*innen aus?
Zu meiner Arbeit gehört ganz viel Kommunikation und Abstimmung – mit Nutzer*innen, Entwickler*innen und Product Ownern. Wenn wir die Anforderungen abgesteckt haben, entwickle ich ein MockUp, um diese visuell darzustellen und bespreche sie mit den Entwickler*innen. Manchmal sind aufgrund technischer Anforderungen noch Anpassungen nötig und dann startet die Umsetzung. Wir bleiben in dieser Zeit ständig in Kontakt um aufkommende Fragen zu klären oder zu konkretisieren.
An was arbeitet ihr aktuell?
Derzeit arbeiten wir an der Optimierung der Kartendarstellung. Das ist für mich zusätzlich spannend, da ich Kartographie und Geoinformatik studiert habe. Gerade im Anwendungsgebiet der Netzwerkplanung ist die Darstellung von Daten auf Karten für unser Nutzer*innen sehr wichtig, da so die gewünschten Informationen schnell und übersichtlich abgelesen werden können.
Welche Ziele habt ihr euch für dieses Jahr gesetzt?
Wir richten unseren Fokus ganz stark auf die Nutzer*innen. Die Einführung neuer Designprozesse ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung neuer Benutzeroberflächen. Dazu verwenden wir die Design Thinking-Methode, um alle Anforderungen an ein nutzerorientiertes Interface zu erfüllen. Es ist ein sehr spannender Prozess, in dem wir uns gerade befinden und ich freue mich darauf, diesen Weg mit meinen Kolleg*innen zu gehen.

Sven Burdack

Senior UI/UX Software Engineer bei OPTANO GmbH

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Sabrina Geismann

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Dr. Patrick Schuhmann
Analytics Consultant