Firefighting in der Supply Chain

Firefighting in der Supply Chain

Von reaktivem Krisenmanagement zu datenbasierter Entscheidungsfähigkeit

Maschine ausgefallen. Ein Lieferant meldet kurzfristig Lieferverzug. Ein Werk muss unerwartet schließen.

Solche Situationen sind längst kein Ausnahmefall mehr, sondern gehören zum Alltag moderner Supply Chains. Dennoch reagieren viele Unternehmen darauf noch immer mit improvisierten Entscheidungen, die auf manuellen Planungen – etwa in Excel – basieren, unter hohem Zeitdruck und mit begrenzter Transparenz über die Auswirkungen.

Dieses sogenannte Firefighting bindet wertvolle Ressourcen, treibt Kosten in die Höhe und führt häufig zu Entscheidungen, die kurzfristig helfen. Das eigentliche Problem aber bleibt langfristig bestehen und es entstehen zusätzlich weitere Probleme. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Störungen auftreten, sondern wie gut Unternehmen darauf vorbereitet sind. Denn unvorhergesehene Ereignisse lassen sich nicht verhindern – ihre Auswirkungen jedoch sehr wohl begrenzen.

Wenn Planung von heute auf morgen obsolet wird

Produktions- und Logistikpläne basieren auf klar definierten Rahmenbedingungen: verfügbare Kapazitäten, funktionierende Lieferantenbeziehungen und eine planbare Nachfrage. Solange diese Voraussetzungen gelten, lassen sich auch komplexe Netzwerke stabil steuern.

Werden diese Rahmenbedingungen jedoch kurzfristig verletzt – etwa durch einen Lieferantenausfall oder eine ungeplante Kapazitätsreduzierung – geraten selbst gut durchdachte Pläne ins Wanken. Genau hier beginnt das operative Firefighting.

Typische Auslöser sind beispielsweise Material- oder Komponentenausfälle, Probleme bei Lieferanten oder Transportdienstleistern, kurzfristige Werksschließungen oder unerwartete Nachfragespitzen. In solchen Situationen bleibt keine Zeit für strukturierte Analysen. Entscheidungen müssen schnell getroffen werden – häufig auf Basis von Erfahrung, Excel-Listen oder Bauchgefühl.

Unter Zeitdruck greifen Unternehmen zu einfachen Lösungen: Ein Alternativlieferant wird aktiviert, Expressversand soll Verzögerungen kompensieren, Produktionspläne werden umgestellt – häufig ohne die Auswirkungen auf Kosten, Servicelevel und angrenzende Prozesse ganzheitlich zu betrachten.

Was kurzfristig notwendig erscheint, ist jedoch selten optimal. Die ergriffenen Maßnahmen „löschen den Brand“, erzeugen jedoch häufig neue Probleme an anderer Stelle. Steigende Kosten, ineffiziente Ressourcennutzung oder sinkende Servicelevel sind typische Begleiterscheinungen. Firefighting wird so zu einem dauerhaften Zustand – statt zu einer kontrollierten Ausnahme.

Die Lösung: Firefighting neu gedacht

Vorbereitung statt Improvisation

Effektives Firefighting bedeutet nicht, immer schneller zu reagieren oder mehr operative Maßnahmen bereitzuhalten. Der entscheidende Unterschied liegt darin, besser vorbereitet zu sein. Unternehmen, die sich frühzeitig mit potenziellen Störszenarien auseinandersetzen, gewinnen im Ernstfall wertvolle Zeit – und vor allem Handlungssicherheit. Entscheidungen müssen dann nicht unter hohem Druck neu erdacht werden, sondern können auf bereits durchdachten Optionen aufbauen.

Vorbereitung heißt dabei nicht, jede mögliche Störung im Detail vorherzusagen. Vielmehr geht es darum, typische Abweichungen systematisch zu berücksichtigen und die Auswirkungen verschiedener Handlungsalternativen zu verstehen. Wer weiß, welche Stellhebel im Störfall zur Verfügung stehen und welche Konsequenzen sie haben, kann auch in dynamischen Situationen konsistent und zielgerichtet entscheiden.

Zentral sind dabei zwei komplementäre Ansätze. Zum einen die Fähigkeit, bei Eintritt einer Störung kurzfristig neu zu optimieren und veränderte Rahmenbedingungen unmittelbar in der Planung abzubilden. Zum anderen der Rückgriff auf vorberechnete Szenarien und Entscheidungsoptionen, die bereits im Vorfeld analysiert und bewertet wurden. Diese Szenarien dienen als Orientierung und ermöglichen es, schnell zwischen belastbaren Alternativen zu wählen.

Beide Ansätze lassen sich nur mit datenbasierten Methoden sinnvoll umsetzen. Erst wenn relevante Daten strukturiert zusammengeführt und systematisch ausgewertet werden, entsteht die notwendige Transparenz über Zielkonflikte und Auswirkungen. Genau hier setzt mathematische Optimierung an: Sie schafft die Grundlage, um Firefighting nicht als improvisierte Reaktion zu verstehen, sondern als kontrollierten, vorbereiteten Entscheidungsprozess.

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Was bringt mathematische Optimierung?

Mathematische Optimierung als Grundlage für resilientes Firefighting

Störungen wirken sich in der Regel nicht isoliert aus. Der Ausfall eines Lieferanten beeinflusst gleichzeitig Transportkosten, Produktionsreihenfolgen, Lagerbestände und Servicelevel. Diese Wechselwirkungen lassen sich manuell kaum vollständig erfassen – insbesondere unter Zeitdruck.

Mathematische Optimierung ermöglicht es, genau diese Zusammenhänge systematisch abzubilden. Ziele, Restriktionen und verfügbare Alternativen werden in einem Modell zusammengeführt und erlauben es, die beste mögliche Entscheidung unter gegebenen Rahmenbedingungen zu berechnen.

Im Kontext des Firefighting bedeutet das: Statt reflexartiger Notmaßnahmen entsteht ein strukturierter Entscheidungsprozess. Unternehmen können gezielt bewerten, welche Produktions- oder Beschaffungsalternative die Gesamtkosten minimiert, wie Liefertermine trotz Ausfällen eingehalten werden können und welche Kompromisse zwischen Kosten, Service und Stabilität sinnvoll sind. Aus reaktiver Problemlösung wird eine bewusste, transparente Entscheidung.

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Firefighting mit OPTANO

Entscheidungen in Minuten statt Tagen

OPTANO setzt genau an diesem Punkt an und übersetzt mathematische Optimierung in eine unmittelbar nutzbare Entscheidungsunterstützung. Statt Modelle manuell anzupassen oder neue Planungen aufwendig aufzusetzen, können bestehende Optimierungsmodelle bei Eintritt einer Störung gezielt neu gerechnet werden – auf Knopfdruck und auf Basis der aktuellen Datenlage.

Veränderungen wie der Ausfall eines Lieferanten, reduzierte Kapazitäten oder geänderte Prioritäten werden direkt im Modell berücksichtigt. OPTANO berechnet automatisch valide Handlungsoptionen und zeigt, wie sich diese auf Kosten, Liefertermine, Auslastungen und Servicelevel auswirken.

Planer müssen nicht mehr selbst Szenarien zusammensetzen oder Auswirkungen überschlagen. Stattdessen erhalten sie innerhalb kurzer Zeit konkrete, bewertete Entscheidungsoptionen – transparent, vergleichbar und nachvollziehbar.

Firefighting als Teil einer resilienten Supply Chain

Der strukturierte Einsatz mathematischer Optimierung im Firefighting führt zu klaren Vorteilen:

  • Reduzierung von Zusatzkosten durch gezielte statt pauschale Notmaßnahmen
  • Stabilere Servicelevel, selbst bei erheblichen Störungen
  • Deutlich kürzere Reaktionszeiten, da Entscheidungen vorbereitet sind
  • Entlastung der Planer*innen, die nicht mehr jede Krise manuell lösen müssen

Firefighting wird damit nicht abgeschafft – aber beherrschbar gemacht.

Firefighting als Teil einer resilienten Supply Chain

Störungen sind heute keine Ausnahme mehr, sondern Normalität. Unternehmen, die weiterhin ausschließlich reaktiv handeln, verlieren Zeit, Geld und Wettbewerbsfähigkeit. Wer Firefighting hingegen als integralen Bestandteil der Planung versteht, schafft sich einen entscheidenden Vorteil.

Mathematische Optimierung bietet die Methodik, um auch unter Unsicherheit fundierte Entscheidungen zu treffen. Sie macht Zielkonflikte transparent, zeigt Handlungsoptionen auf und ermöglicht es, im Ernstfall ruhig und kontrolliert zu reagieren. Damit wird Firefighting vom Dauerproblem zum strategisch beherrschten Prozess.

Jetzt handeln: Wie gut ist Ihre Organisation vorbereitet?

Welche Störungen treffen Ihre Supply Chain besonders stark?
Welche Entscheidungen müssen, dann innerhalb kürzester Zeit getroffen werden?
Und welche dieser Entscheidungen ließen sich heute bereits vorbereiten?

Ganz gleich, ob Sie Ihre operative Reaktionsfähigkeit verbessern oder Ihre Planung insgesamt resilienter gestalten möchten – Firefighting sollte nicht im Krisenfall beginnen, sondern in der Vorbereitung. Entwicklen Sie Lösungen mit OPTANO, die auch dann tragen, wenn es brennt.

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In unserem Factsheet Was bringt mathematische Optimierung? finden Sie Details zu den 5 obengenannten Fragen und können so Ihre persönlichen Anliegen und Probleme noch besser einordnen.

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Christopher Thiele

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