Ineffizienz in der Distribution

Strategische Entscheidungen zur Effizienzsteigerung in der Distribution

Wenn alle Hubs am Limit sind

Steigende Kundenerwartungen, volatile Märkte und wachsende Nachfrage stellen Unternehmen in der Distribution vor immer größere Herausforderungen. In vielen Organisationen liegt der Fokus dabei zunächst auf operativen oder taktischen Stellhebeln: Transportmodi werden optimiert, Routen neu geplant oder kurzfristige Kapazitätsengpässe ausgeglichen. Diese Maßnahmen sind wichtig – reichen jedoch häufig nicht aus, um langfristige Ineffizienzen zu beheben. 

In einem früheren Blogartikel haben wir gezeigt, wie sich durch eine datenbasierte Optimierung der Transportmodi signifikante Kosten- und Effizienzvorteile erzielen lassen. Doch was passiert, wenn diese Optimierungspotenziale ausgeschöpft sind? Wenn bestehende Distributionszentren dauerhaft ausgelastet sind, die Nachfrageprognosen weiter steigen und operative Anpassungen keine nachhaltige Entlastung mehr bringen? 

Genau an diesem Punkt gewinnen strategische Entscheidungen an Bedeutung. Sie betreffen nicht einzelne Transporte oder kurzfristige Maßnahmen, sondern die grundlegende Ausgestaltung des Distributionsnetzwerks. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf typische strategische Fragestellungen in der Distribution und zeigen, wie Unternehmen systematisch zu fundierten Entscheidungen kommen – insbesondere dann, wenn Kapazitätserweiterungen unausweichlich werden. 

Was sind strategische Entscheidungen in der Distribution?

Strategische Entscheidungen in der Distribution zeichnen sich dadurch aus, dass sie langfristig wirken, kapitalintensiv sind und nur mit erheblichem Aufwand rückgängig gemacht werden können. Sie legen den strukturellen Rahmen fest, innerhalb dessen operative und taktische Entscheidungen überhaupt erst stattfinden. 

Strategische Entscheidungen betreffen vor allem grundlegende Fragen: 

  • Wie ist unser Distributionsnetzwerk aktuell aufgebaut, und wie soll es sich weiterentwickeln, um zukünftige strategische und operative Anforderungen zu erfüllen?  
  • Wo befinden sich Hubs und Distributionszentren – und wie sollte ihre geografische Verteilung künftig angepasst werden?  
  • Welche Kapazitäten werden mittel- und langfristig benötigt, um Nachfragewachstum zuverlässig bedienen zu können? 

Solche Entscheidungen beeinflussen nicht nur Kosten und Servicelevel, sondern auch die Skalierbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Fehler oder Verzögerungen auf dieser Ebene führen häufig dazu, dass operative Prozesse dauerhaft unter Druck geraten – mit steigenden Kosten, sinkender Liefertreue und eingeschränkter Flexibilität als Folge. 

Status quo: Hubs am Limit

Ein häufiges Ausgangsszenario für strategische Distributionsentscheidungen ist eine Situation, in der bestehende Hubs oder Distributionszentren ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben. Lagerflächen sind ausgelastet, Umschlagsprozesse stoßen an physische oder personelle Limits, und zusätzliche Volumina lassen sich nur noch mit erhöhtem Aufwand abwickeln. 

Gleichzeitig zeigen Nachfrageprognosen ein weiteres Wachstum – sei es durch Marktexpansion, neue Produkte oder verändertes Kundenverhalten. Kurzfristige Gegenmaßnahmen wie Überstunden, externe Lagerflächen oder teurere Transportlösungen können die Situation zwar temporär entschärfen, bedeuten jedoch häufig höhere Kosten und noch größere Komplexität operativer Prozesse. 

Wird in dieser Phase nicht strategisch gehandelt, drohen mehrere Risiken: 

  • Sinkende Servicelevel durch längere Lieferzeiten oder geringere Lieferzuverlässigkeit 
  • Überproportional steigende Distributions- und Transportkosten 
  • Verlust an Flexibilität bei Nachfrageschwankungen oder Störungen 
  • Erhöhte Abhängigkeit von kurzfristigen Notlösungen 

Spätestens an diesem Punkt stellt sich nicht mehr die Frage, ob das Distributionsnetzwerk angepasst werden muss, sondern wie 

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Was bringt mathematische Optimierung?

Netzwerkdesign & Hub-Erweiterung – strategische Entscheidungen datenbasiert treffen

Wenn bestehende Hubs an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, ist die Erweiterung des Distributionsnetzwerks häufig unausweichlich. Die entscheidende Herausforderung besteht jedoch darin, die richtige Maßnahme zu identifizieren: Soll ein bestehender Standort erweitert werden? Ist die Eröffnung eines zusätzlichen Hubs sinnvoll? Oder lässt sich durch eine grundlegende Neugestaltung des Netzwerks eine bessere Auslastung erreichen? 

Die Beantwortung dieser Fragen erfordert einen strategischen Blick auf das Gesamtsystem – unterstützt durch Daten, Prognosen und geeignete Optimierungsmodelle. Jede strukturelle Änderung wirkt sich gleichzeitig auf Transportkosten, Bestände, Servicelevel und operative Komplexität aus. Genau hier setzt eine modellbasierte Entscheidungsunterstützung an. Mit Optimierungssoftware wie OPTANO können bestehende Distributionsnetzwerke realitätsnah abgebildet und systematisch analysiert werden. 

Auf Basis historischer Daten, Nachfrageprognosen und Kapazitätsrestriktionen lassen sich unterschiedliche Netzwerkdesigns als Szenarien modellieren: Erweiterung einzelner Hubs, zusätzliche regionale Standorte oder alternative Zuweisungen von Kunden zu Distributionszentren. Diese Szenarien werden nicht einzeln bewertet, sondern im Gesamtkontext optimiert – mit klaren Zielgrößen wie minimalen Gesamtkosten, definierten Serviceleveln oder einer ausgewogenen Auslastung aller Standorte. 

Der entscheidende Mehrwert liegt dabei in der Transparenz: Statt sich auf vereinfachte Annahmen oder Erfahrungswerte zu stützen, erhalten Entscheider*innen eine fundierte quantitative Grundlage. Sie sehen, welche strukturellen Änderungen tatsächlich zu einer Entlastung führen, wie robust ein Netzwerk gegenüber Nachfragewachstum ist und welche Investitionen langfristig den größten Nutzen bringen. 

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Resilienz strategisch planen statt operativ reagieren

Neben Effizienz und Kosten rückt in strategischen Distributionsentscheidungen zunehmend ein weiterer Aspekt in den Fokus: Resilienz. Globale Krisen, geopolitische Spannungen, Arbeitskräftemangel oder wetterbedingte Störungen haben gezeigt, wie anfällig stark optimierte, aber wenig flexible Netzwerke sein können. 

Mit OPTANO lassen sich Resilienzstrategien nicht nur qualitativ diskutieren, sondern quantitativ bewerten. Durch die Abbildung des gesamten Netzwerks in einem Optimierungsmodell können gezielt Störszenarien simuliert werden: Was passiert, wenn ein Hub temporär ausfällt? Welche Auswirkungen hat eine stark steigende Nachfrage in einzelnen Regionen? Und welche Alternativen stehen zur Verfügung, um Servicelevel trotzdem einzuhalten? 

Solche Szenarioanalysen ermöglichen es, bewusste Entscheidungen über Redundanzen zu treffen, um denkbare Ausfälle abfangen zu können: Zusätzliche Hubs, alternative Zuweisungen oder bewusst eingeplante Pufferkapazitäten lassen sich im Modell testen und mit klassischen Effizienzzielen abwägen. So wird sichtbar, wie viel Robustheit ein Netzwerk gewinnt – und welche Kosten damit verbunden sind. 

Der Vorteil eines optimierungsbasierten Ansatzes liegt darin, Resilienz nicht als pauschale Sicherheitsmaßnahme zu verstehen, sondern als steuerbare Größe. Unternehmen können gezielt entscheiden, wo Redundanz sinnvoll ist und wo nicht. Statt auf Bauchgefühl zu setzen, entsteht eine belastbare Entscheidungsgrundlage, die Effizienz und Robustheit miteinander in Einklang bringt. 

Strategische Entscheidungen als Schlüssel für effiziente Distribution

Wenn operative Optimierungen an ihre Grenzen stoßen, sind strategische Entscheidungen in der Distribution unvermeidlich. Die Ausgestaltung des Netzwerks, der gezielte Kapazitätsaufbau und der bewusste Umgang mit Resilienz bestimmen langfristig Effizienz, Servicelevel und Wachstumsmöglichkeiten. 

Um diese Entscheidungen fundiert zu treffen, reicht Bauchgefühl nicht aus. Ein ganzheitlicher, datenbasierter Ansatz ist notwendig, um komplexe Wechselwirkungen zu verstehen und unterschiedliche Handlungsoptionen realistisch zu bewerten. Mit optimierungsbasierter Entscheidungsunterstützung wie OPTANO lassen sich strategische Szenarien transparent vergleichen und belastbare Entscheidungen treffen – als Grundlage für eine zukunftsfähige Distribution. 

Neugierig, wie sich diese Fragestellungen auf Ihr eigenes Distributionsnetzwerk übertragen lassen? Wir zeigen Ihnen gern, wie strategische Entscheidungen mit OPTANO datenbasiert unterstützt werden können. 

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In unserem Factsheet Was bringt mathematische Optimierung? finden Sie Details zu den 5 obengenannten Fragen und können so Ihre persönlichen Anliegen und Probleme noch besser einordnen.

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Bild von Christopher Thiele
Christopher Thiele

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Dr. Dominik Hollmann
Head of Product