Masken

Masken heben das Relevante hervor und verbergen das Unwesentliche. Das gilt im Karneval wie auch für Daten in IT-Systemen.

Für jeden Anwendungsfall eine eigene Maske? Das ist zu viel Aufwand bei der Konzeption, Umsetzung und macht die Anwendung zu teuer in der Wartung.

Bei der Konzeption von Masken haben wir immer wieder erlebt, dass die Details des Anwendungsfalls entscheidend für die Ausgestaltung der Ansicht sind.

Ein Beispiel

Es soll eine Auftragsübersicht erstellt werden. Alle Anwender sind sich einig, dass für jeden Auftrag der Kunde, die Positionen, der geplante Fertigstellungstermin und der zugesicherte Fertigstellungstermin anzuzeigen sind.

Über alle anderen Details herrscht Uneinigkeit:

  • Produktions- bzw. Gruppenleitung interessieren sich hauptsächlich für alle verspäteten Aufträge, damit sie eine Übersicht über aktuelle Probleme erhalten.
  • Die Einrüstteams prüfen, welche Rüstvorgänge geplant sind und wollen insbesondere auf besonders zeitintensive Vorgänge hingewiesen werden.
  • Für die Versandabteilung ist relevant, welche Produkte und welche Mengen am Standort fertiggestellt werden und verpackt werden müssen.

Für jeden dieser Anwendungsfälle sind für eine Maske zusätzliche Daten und Hervorhebungen bzw. Sortierungen erforderlich, um Anwendern schnell die relevanten Informationen zu liefern. Je nach Budgetsituation des Projektes und Kooperationsverhalten der Anwender gibt es verschiedene Lösungsansätze:

  • Es wird auf eine der Masken fokussiert, die anderen Anwendungsfälle werden vernachlässigt.
  • Es wird eine komplexe Maske erstellt, die allen Anwendungsfällen gerecht werden soll.
  • Es wird für jeden Anwendungsfall eine eigene Maske konzipiert.

Wenn man den Fokus auf die Erstellung einer vielseitigen, komplexen Maske legt, führt das nach unserer Erfahrung dazu, dass die einzelnen Anwendungsfälle nicht gut unterstützt werden. Das kann man leicht bei SAP-Masken sehen: Diese zeigen sehr viele Informationen, bis ins letzte Detail – in manchen Fällen sogar auf einige Unterreiter verteilt. In jedem der genannten Anwendungsfälle würden Anwender hierbei durch zu viele Informationen abgelenkt. Die Fokussierung auf eine der Masken erschwert den anderen Anwendern ihre Arbeit und das Erstellen einer eigenen Maske für jeden Anwendungsfall ist zeit- und damit kostenintensiv.

Die Lösung: Individuelle Ansichten

Den Konflikt zwischen den Anwendungsfällen haben wir in Projekten häufig beobachtet und eine Plattformtechnik geschaffen, die das Problem im Entwicklungsprojekt lösbar macht: Anwender erhalten die Möglichkeit bei der Verwendung einer OPTANO-Lösung, Masken jederzeit selbst zu verändern und diese Veränderung als neue Ansicht zu speichern. Die neue Ansicht können sie selbst nutzen und auch ihren Kollegen (als öffentliche Ansicht) zur Verfügung stellen. In OPTANO können Anwender folgende Einstellungen selbst vornehmen:

  • Auswahl der anzuzeigenden Spalten (aus einer vordefinierten Gesamtmenge)
  • Hinzufügen eigener Spalten mit Berechnungsvorschriften (ähnlich einer Excel-Formel)
  • Gruppierung nach einer oder mehrerer Spalten
  • Filterung der Daten nach Spalten oder komplexen Formelausdrücken
  • Formatierung der Datensätze, allgemein oder datenabhängig

Wird eine solch zusammengestellte Ansicht gespeichert, erscheint Sie im Ansichten-Baum unter der „Original“-Ansicht als individuelle Ansicht mit dem gewählten Namen. Wird eine individuelle Ansicht nicht mehr benötigt, kann sie leicht gelöscht werden.

Es ist zwar weiterhin wichtig, dass das Projektteam die in OPTANO benötigten Datenfelder sinnvoll auswählt und berechnete Informationen zu Datensätzen definiert. Das Vorgehen wird aber viel einfacher:

  1. Mit den Anwendern werden die benötigten Datenfelder gesammelt und definiert.
  2. Die Menge dieser Datenfelder ergibt dann den Gesamtumfang einer zu implementierenden Maske, die mit überschaubarem Aufwand umgesetzt werden kann.
  3. Das Entwicklungsteam (oder die Anwender selbst) erstellen individuelle Masken nach den Anforderungen der einzelnen Anwendungsfälle.

Das reduziert die Entwicklungskosten und erhöht den Wert der Anwendung, weil sie jederzeit direkt von den Anwendern nach deren Vorlieben angepasst werden kann.

Ansichten unterschiedlicher Anwendergruppen der gleichen Basisansicht

Ansicht - Verspätete Aufträge

Mask Delayed

Ansicht - Einrüstteam Hydraulik

Maske - Setup Hydraulik

Ansicht - Verpackungsteam Werk IMP

Maske - Verpackung IMP

Unformatierte Basis-Maske

Maske - unformatiert

Hinweis von Carsten, Reply AG: Der SAP Webclient bietet mittlerweile auch eine Möglichkeit, Ansichten zu speichern. (Allerdings können diese Ansichten nicht gruppieren und keine bedingten Formatierungen.) Dieser Webclient wird unter anderem in SAP CRM verwendet.