Tabellen sind immer noch die ultimative Lösung, wenn es um die Speicherung von Informationen geht – zur Darstellung sind sie allerdings nur wenig geeignet. Dieser Artikel zeigt Möglichkeiten der (vor allem visuellen) Aufbereitung von Daten auf der Grundlage von Tabellen, die den Nutzer in Form von Diagrammen bei der Analyse und dem schnellen Verständnis der Daten unterstützen.

Tabellen sind eine sehr mächtige Form der Datenhaltung. Allerdings ist eine Tabelle, vor allem, wenn sie sehr viele Datensätze mit vielen Spalten enthält, für den Menschen kaum mehr zu überblicken. Mit Tabellenansichten wird die Chance vergeben, Zusammenhänge zwischen Datensätzen leicht erkennbar zu machen. Das menschliche Hirn ist nicht darauf ausgelegt, viele verschiedene Informationen auf den ersten Blick zu begreifen.

Ein Beispiel:

Menschen können nur vier (bis fünf) Objekte gleichzeitig erfassen, ohne sie abzählen zu müssen (Simultanerfassung). (Wer gern mehr darüber wissen möchte, auch was die historische Seite angeht, kann gern in Der zählende Mensch – Was Emotionen mit Mathematik zu tun haben[1] von André Frank Zimpel nachlesen.)

Menschen haben gelernt mit dieser Schwäche umzugehen und sich für den Alltag Hilfen geschaffen:

  • Wir machen auf Strichlisten nach vier Strichen einen diagonalen Strich, um auf den ersten Blick erfassen zu können, dass es sich um einen Fünferblock handelt.
  • Auf sechsseitigen Würfeln sind die Punkte immer gleich angeordnet, damit sie als Symbol erkennbar sind.

Wenn wir also mit zahlreichen Daten hantieren und sie trotzdem schnell überblicken und verstehen wollen, müssen wir wie bei den Zahlen andere Darstellungsformen suchen, die wir einfacher erkennen können. Die nachfolgenden Absätze stellen einige Alternativen dar, die hierbei helfen können.

Tabellen

Die Tabelle ist der Ausgangspunkt für alle Ansichten, denn in Tabellen können Daten einfach und strukturiert gespeichert und auch analysiert werden. Allerdings sind große Datentabellen schnell unübersichtlich – aber dagegen kann man etwas tun: Such- und Filterfunktionen reduzieren die angezeigten Datensätze, Gruppierungen machen die Tabelle übersichtlicher (haben wir schon im Artikel Jeder braucht eine Maske beschrieben) und durch Conditional Formatting (siehe Bedingte Formatierung für gepfefferte Ansichten) können sogar einfache Zusammenhänge durch Einfärbung oder Symbole auf einen Blick ersichtlich gemacht werden. Und trotz dieser Hilfsmittel bleiben viele Informationen, vor allem Zusammenhänge mehrerer Datensätze auf den ersten Blick verborgen. Die folgenden Visualisierungen können da Abhilfe schaffen.

Diagramme

Diagramme sind eine sehr weit verbreitete grafische Aufbereitung der Daten, die viele verschiedene Möglichkeiten bieten. Diagramme ermöglichen einfache Vergleiche von Daten und setzen sie ins Verhältnis zueinander. Für jeden Bedarf gibt es ein passendes Diagramm. Nur ein kleiner Auszug der Möglichkeiten:

  • Balkendiagramme: Mengenvergleiche von Werten
  • Tortendiagramme: Zusammensetzung von Werten
  • Liniendiagramme: Entwicklung von Werten (beispielsweise über einen Zeitraum)
  • Auch Kombinationen von Diagrammen sind möglich. So können beispielsweise Balken- und Tortendiagramme kombiniert werden und gleichzeitig Auskunft über Mengen und Zusammensetzung geben.

Diagramme eignen sich am besten, wenn es nicht auf exakte Werte ankommt, sondern eine grobe Übersicht verschafft werden soll.

Kartenansicht mit Diagrammen

Auf Karten werden Daten mit geographischen Zusammenhängen dargestellt. Es wird leicht erkennbar, wo Schwerpunkte liegen und wie sie sich zusammensetzen. Als Diagramme sind alle Diagrammtypen denkbar, aber natürlich nicht jeder für alle Zwecke sinnvoll (siehe Diagramme). Es ist allerdings zu beachten, dass die Datendarstellung sehr fokussiert sein muss. Es können also nur wenige Informationen angezeigt werden, damit die Grafik insgesamt übersichtlich bleibt. Bei der Wahl der Karten(provider) ist es wichtig, darauf zu achten, welche Anforderungen an die Karte gestellt werden und was dargestellt werden soll:

  • Sollen Landesgrenzen/Städte/Straßen dargestellt werden?
  • Sind Elemente wie Begrünung/Stadtgebiet/Wasserflächen relevant?
  • In welcher Sprache soll die Beschriftung folgen? Landessprache oder Sprache des Anwenders?

In unserem Beispiel haben wir die Absatzprognosen für die einzelnen Produkte nach Ländern gruppiert und auf der Karte als Tortengrafiken angezeigt. Der Nutzer kann sehr schnell erkennen, ob ein Produkt in einem Land nachgefragt wird und wie sich die Gesamtnachfrage aus den verschiedenen Produkten zusammensetzt. Zum Vergleich haben wir auch einmal die für die Kartenansicht notwendigen Daten als Tabelle dargestellt.

Karte mit Beziehungen

Karten können auch genutzt werden, um geographische Beziehungen, z.B. Transporte oder Zugehörigkeiten darzustellen. Je nach Anwendungsfall werden die Objekte gruppiert (z.B. Märkte statt einzelner Kunden oder Händler oder Werke statt einzelner Produktionsstationen).

In unserem Beispiel stellen wir die Verbindungen zwischen Fabriken und Märkten dar. Es kann auf einen Blick erkannt werden, welche Märkte von welchen Fabriken beliefert werden. Zum Vergleich haben wir auch hier einmal die notwendigen Daten als Tabelle dargestellt.

Karten mit Beziehungen sind vorteilig, wenn die Kernaussage der Ansicht auf den Verbindungen liegen soll und konkrete Werte nur eine zweitrangige Rolle spielen. Auch bei dieser Ansicht ist die Datenauswahl sehr fokussiert und es sollte gut überlegt sein, welche Daten wirklich notwendig sind und dargestellt werden müssen.

Graphen

Wenn die geographische Position der Objekte weniger relevant ist und nur die Struktur dargestellt werden soll, empfiehlt sich alternativ ein Graph. Es handelt sich hierbei im Grunde um eine Karte mit Beziehungen, die nicht geographisch, sondern frei sortiert werden können. Der Vorteil ist, dass sich Standorte nach anderen Kriterien als ihrer geographischen Position anzeigen lassen. So können sie nach anderen Zusammenhänge (beispielsweise Produktionsmöglichkeiten oder – mengen) gruppiert dargestellt werden. Eine Herausforderung hierbei ist, dass man sich im Graphen immer wieder neu orientieren muss, wohingegen eine Karte eine bereits bekannte Darstellung ist und die Zuordnung entsprechend leichter fällt. Automatische Funktionen zur Anordnung der Objekte unterstützen den Anwender bei der sinnvollen Gestaltung.

Gantt-Diagramme

Gantt-Diagramme stellen die zugrunde liegenden Daten als Balken auf einer Zeitachse dargestellt. So kann die zeitliche Abfolge von beispielsweise verschiedenen Produktionslinien schnell erkannt und überblickt werden. Auch Leerstände sind schnell zu erkennen. Typisch ist die Darstellung, dass jede Zeile ein Produktionsort ist (Fabrik, Linie oder ähnliches) und die Spalten die zeitliche Komponente bilden (beispielsweise Stunden oder Tage). Als Balken sind dann die Produkte eingetragen, die produziert werden. Diese Darstellungsform ist allerdings sehr speziell und nur für die Darstellung von Zeitabläufen einsetzbar.

Pivottabellen/ -diagramme

Pivot-Tabellen bieten die Möglichkeit, Daten einer Tabelle zu analysieren, ohne die Ausgangsdaten verändern zu müssen. Dabei werden für Zeilen und Spalten Tabellenfelder ausgewählt und mit einem dritten Datensatz mit Daten gefüllt. Die Tabelle bzw. das dazugehörige Diagramm können vom Anwender leicht verändert werden und so können verschiedene Zusammenhänge zwischen den Daten ermittelt werden. Die anzuzeigenden Daten können so reduziert werden, dass eine Aussage klar herausgearbeitet und dargestellt wird. Im Beispiel haben wir die Absatzprognose für jedes Produkt ins Verhältnis zum Absatzmarkt gesetzt (das sind die gleichen Informationen wie im Beispiel für Karten mit Diagrammen) und als Ringdiagramm dargestellt. Leider scheint die Benutzung von Pivottabellen auf den ersten Blick etwas kompliziert, wovon man sich aber nicht abschrecken lassen sollte!

Master-/Detailansicht

Und für alle, die von Tabellen trotz der beschriebenen Alternativen einfach nicht genug bekommen können, setzen wir noch eine oben drauf: Die Master-/Detailansicht enthält eine reduzierte Datentabelle mit wenigen oder nur einer Spalte (Masteransicht). Zu jedem Datensatz in der Masteransicht können die zugehörigen Details in Datenfeldern in der Detailansicht angezeigt werden, jedoch nicht gleichzeitig für mehrere Datensätze. Hier können die Daten durch die Anordnung der Felder (möglicherweise auch auf mehrere Reiter aufgeteilt oder in Bereiche gruppiert), leichter zugeordnet und bearbeitet werden.

Diese Ansicht ermöglicht viele Details eines Datensatzes einzusehen (noch mehr, als in einer Tabelle möglich wären!) und diesen Datensatz leicht zu finden. Zusammenhänge zwischen Datensätzen werden allerdings nicht erkennbar.

Abschließend

Es ist nicht grundsätzlich sinnvoll, eine Tabelle durch ein Diagramm zu ersetzen, aber an vielen Stellen können Daten durch visuelle Darstellung leichter verständlich gemacht werden. Es ist wichtig, für jeden Anwendungsfall zu prüfen, welche Lösung die beste ist. Für die Fragen „Ob…?“ und „Welches…?“ bietet das Buch Einstieg in dieVisualisierung – Wie man aus Daten Informationen macht [2] von Nathan Yau tolle Hilfestellungen.

All diese Ansichtstypen und Diagramme sind in OPTANO natürlich vorhanden. Mit welchen Ansichten haben Sie gute Erfahrungen gemacht und welche sollten wir unbedingt noch aufnehmen?