Was-wäre-wenn Szenarien in der
Supply Chain Planung

Was-wäre-wenn Szenarien in der Supply Chain Planung

Für klare Entscheidungen in der Lieferkette

Der Herbst ist da; die Zeit des Jahres, in der es frühmorgens kalt und neblig ist. Während eines Spaziergangs durch den Wald und über die Felder, waren wir plötzlich in dichtem Nebel gehüllt und konnten nur wenige Meter weit sehen. In so einer Situation herrscht große Unsicherheit. Plötzlich verliert man die Orientierung, sieht nicht mehr, was vor einem liegt und weiß nicht, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist.
Da die Lieferketten in den letzten Jahren immer volatiler geworden sind, sind Supply Chain Manager in ihrem Arbeitsalltag häufig mit Unsicherheiten konfrontiert.  Vielleicht haben sie auch das Gefühl, von dichtem Nebel umgeben zu sein, da die Sichtbarkeit bzw. Transparenz  der Lieferkette eingeschränkt ist. Sie wissen nicht, was sie an der nächsten Ecke erwartet und was die beste Alternative ist, wenn es darum geht, Entscheidungen in der Lieferkette zu treffen.
In diesem Beitrag möchten wir zeigen, wie Unternehmen mehr Transparenz – und  Widerstandsfähigkeit in ihrer Lieferkette erlangen -und wie sie die richtigen Maßnahmen ermitteln können, um rechtzeitig auf Störungen zu reagieren.

Die Lieferkettenstörungen sind vielfältig

Lieferkettenstörungen sind zwar seit dem Ausbruch der Pandemie ein viel diskutiertes Thema (wir alle erinnern uns an die „Toilettenpapier“-Krise), aber sie ist keineswegs ein neues Phänomen. Störungen in der Lieferkette gab es schon lange vor 2020 und Corona: Denken wir an den Tsunami in Japan, der 2011 die Lieferketten in der Automobilindustrie für einige Zeit zum Erliegen brachte. Und während wir uns an die Blockade des Suezkanals durch das Containerschiff Ever Given im Jahr 2021 noch gut erinnern, haben viele den Öltanker vergessen, der auch dort 2004 auf Grund lief. Dies hatte u. a. zur Folge, dass ein mit Sony Playstations beladenes Containerschiff zwei Wochen lang festsaß – und das genau vor Weihnachten.

Laut einer Studie des McKinsey Global Institute erleben Unternehmen im Durchschnitt alle 3,7 Jahre eine Störung von etwa ein bis zwei Monaten Dauer. Diese Unterbrechungen haben zahlreiche Ursachen:

  • Wirtschaftliche Umwälzungen
  • Plötzlich Nachfrageschwankungen (entweder ein Anstieg oder Eibruch der Nachfrage)
  • Naturkatastrophen/ Extremwetterereignisse
  • Geopolitische Vorkommnisse
  • Cyber-Angriffe

Die meisten dieser Ereignisse treten plötzlich auf, und man kann argumentieren, dass sie nicht vorhersehbar sind und man ihnen somit hilflos ausgesetzt ist. Mit den richtigen Instrumenten und Konzepten ist es jedoch möglich, sich auf derartige Ereignisse vorzubereiten und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen auf Ihre Lieferkette zu mildern oder sogar zu beseitigen. Lassen Sie uns im Folgenden einige der Möglichkeiten betrachten:

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Was bringt mathematische Optimierung?

Wie man Lieferkettenstörungen entgegenwirken kann?

Bestandspuffer anlegen

Seit mehreren Jahrzehnten setzen Unternehmen bei dem Bestandsmanagement auf die Just-in-time-Strategie, d. h. Rohstoffe, Bestandteile und Fertigerzeugnisse werden erst bei Bedarf beim Lieferanten bestellt. Dadurch werden die Lagerkosten auf ein Minimum reduziert, Überproduktion praktisch ausgeschlossen und der Ausschuss gering gehalten. Die schweren Unterbrechungen der Lieferketten in den letzten Jahren haben vielen Unternehmen ein böses Erwachen beschert: Just-in-time ist zwar eine sehr wirksame Strategie – allerdings nur, solange die Lieferkette und die Produktion reibungslos funktionieren.

Aus diesem Grund ist es ratsam, auch die Just-in-case-Strategie anzuwenden. Das bedeutet, dass Unternehmen stets über zusätzliche Mengen an Waren und Rohstoffen verfügen, um jeden Sturm in der Lieferkette zu überstehen. Natürlich ist die Bevorratung von Waren in Ihrem Lager ein zusätzlicher Kostenfaktor. Daher ist es wichtig, effektiv zu planen und zu ermitteln, wann Waren, Teile, Komponenten usw. benötigt werden: Wann sind die Spitzenzeiten für bestimmte Produkte? Wann könnte ein Lieferant von extremen Wetterbedingungen betroffen sein und nicht liefern können? In solchen Fällen ist es immer besser, den Bestand zu erhöhen.

Lokalisierung/Nearshoring

Als die Produktion in Südostasien mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zum Erliegen kam, konnten die von europäischen Unternehmen benötigten Produkte und Rohstoffe nicht wie geplant geliefert werden. Viele Unternehmen überprüfen nun ihre Lieferketten und konzentrieren sich auf Zulieferer, die näher am Heimatland liegen: entweder im eigenen Land (Lokalisierung) oder in nahe gelegenen Ländern (Nearshoring). Dadurch sind die Transportzeiten deutlich kürzer und die Liefergarantien höher. Einige Länder, wie z. B. die USA, bieten den Unternehmen sogar Anreize und Finanzmittel an, um sie zur Verlagerung zu bewegen.
Dies bedeutet nicht, dass man ganz auf Zulieferer in fernen Ländern verzichten muss, aber insbesondere für „kritische“ Produkte und Sektoren kann es sich durchaus lohnen.

Diversifizierung

Lieferkettendiversifizierung bedeutet, über ein Netz von (zusätzlichen) Lieferanten zu verfügen, die unterschiedliche Größen, Standorte und Fähigkeiten umfassen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn es zu einem plötzlichen Engpass oder Ausfall eines Lieferanten kommt, haben Sie einen anderen Lieferanten, der Sie aus der Patsche hilft. Dies kommt Ihrem Unternehmen und auch Ihren Kunden zugute, denn Umsatzsteigerungen können reibungsloser bewältigt werden. Auch das Risiko eines plötzlichen Anstiegs der Rohstoffpreise kann auf diese Weise gemindert werden, da Sie über eine breitere Lieferantenbasis verfügt, mit der Sie verhandeln können.
Eine Diversifizierung der Transportmöglichkeiten, z. B.  unterschiedliche Transportarten für Lieferungen in Betracht zu ziehen, ist ebenfalls empfehlenswert. Bis hin zur Überlegung, einen eigenen Fuhrpark aufzubauen, um nicht von Speditionen abhängig zu sein.

Lieferkettentransparenz

Viele Probleme in der Lieferkette sind auf mangelnde Transparenz zurückzuführen. Je komplexer die Lieferkette ist, desto schwieriger wird es, den Überblick zu behalten. In den heutigen Lieferketten werden riesige Datenmengen angehäuft, und es gibt viele verschiedene und gegebenenfalls widersprüchliche Ziele und Einschränkungen, die zu berücksichtiegen sind. Kein Wunder, dass viele Unternehmen ihren Weg aus den Augen verlieren. Je transparenter die Lieferkette, desto besser der Überblick.

Mithilfe einer fortschrittlichen Planungssoftware, die mathematische Optimierungsmethoden wie Predictive und Prescriptive Analytics einsetzt, ist es tatsächlich möglich, diese Transparenz zu schaffen, um alle verfügbaren Alternativen zu identifizieren und somit die richtigen Zukunftsentscheidungen zu treffen. Eine ausgefeilte Planungssoftware wie OPTANO verfügt auch über ein sehr mächtiges Tool die Was-wäre-wenn Szenarien. Diese zeigen unterschiedliche Zukunftsprognosen auf, wie Nachfragetrends- und änderungen sowie mögliche bevorstehende Risiken in der Lieferkette. Was-wäre-wenn Szenarien helfen, Maßnahmen zu beurteilen und zu ergreifen, um Störungen zu vermeiden, bevor sie eintreten.

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Was genau sind Was-wäre-wenn Szenarien und wie funktionieren sie?

Was-wäre-wenn Szenarien sind die Analyse hypothetischer Situationen, mit deren Hilfe Sie feststellen können, was passiert, wenn bestimmte Parameter eines Prozesses verändert werden. Durch die Analyse dieser Änderungen in Was-wäre-wenn Szenarien können Sie sehen, wie sie sich auf Ihre Produktion, Ihre Kosten, Ihre Logistik und letztlich auf Ihre gesamte Lieferkette auswirken würden. Dies kann Ihre Entscheidungsfindung erheblich erleichtern.

Zu diesem Zweck wird ein mathematisches Optimierungsmodell Ihres Unternehmens erstellt. Dabei handelt es sich um eine Abbildung Ihres realen Unternehmens, in dem alle kritischen Aspekte der Lieferkette oder anderer Unternehmensbereiche erfasst sind. Damit das Modell effektiv arbeiten kann, muss es mit möglichst vielen aktuellen Daten versorgt werden. Dies können Daten aus Ihrem eigenen Unternehmen sein, z. B. KPIs aus Ihrer Lieferkette, oder externe Informationen wie meteorologische Daten. Mithilfe  eines integrierten Solvers, werden  alle Daten verarbeitet und gelesen, um die bestmöglichen Lösungen für Ihre Probleme zu finden. Diese werden durch die Erstellung und Analyse tausender Was-wäre-wenn Szenarien gefunden.

So können strategische Überlegungen angestellt werden, wie zum Beispiel: „Was passiert bei politischen Unruhen oder einer Naturkatastrophe am Standort unseres Hauptlieferanten?“, „Wäre eine Konzentration auf Onshoring langfristig kosteneffizienter?“ oder „Wäre es sinnvoller, eine eigene LKW-Flotte für die Verteilung unserer Waren aufzubauen, anstatt sich auf Spediteure zu verlassen?“

Diese und viele andere Fragen können in verschiedenen Szenarien untersucht und miteinander verglichen werden, um ihre Auswirkungen auf Ihr Unternehmen und Ihre Lieferkette zu bewerten. So können Sie Risiken und Chancen ermitteln, auf deren Grundlage Sie optimale, vorausschauende Entscheidungen treffen können, um Unterbrechungen der Lieferkette zu vermeiden.

OPTANO schafft Sicherheit in Ihrer Supply Chain Planung

Wenn die Bereitschaft Analysen als Grundlage für die Entscheidungsfindung einzusetzen in Ihrem Unternehmen vorhanden ist, müssen nur noch die richtige Softwarelösung und der richtige Partner für die Einführung von Supply Chain Analytics gefunden werden. Mit einer Optimierungsplattform wie OPTANO, die fortschrittliche Supply Chain Analytics wie z. B. Prescriptive Analytics anwendet, können Sie solche Fragestellungen wie oben beschrieben in verschiedenen Was-wäre-wenn Szenarien berücksichtigen. Auf diese Weise haben Sie eine solide Entscheidungsgrundlage, um die besten Ergebnisse für Ihre Supply Chain Planungsherausforderungen zu erzielen. OPTANO macht Ihre gesamten Planungsprozesse effizient, schnell und flexibel, damit Sie Störungen in Zukunft nicht mehr unvorbereitet treffen..

Weitere Informationen zu mathematische Optimierung und Szenarioplanung finden Sie in unserem Factsheet „Was bringt mathematische Optimierung?“, das Sie hier downloaden können. Oder kontaktieren Sie uns. Unsere Ansprechpartner beantworten Ihnen gerne Ihre Fragen rund um das Thema Lieferkettenoptimierung.

Wenn sich der Nebel lichtet...

Eine Optimierungssoftware wie OPTANO hilft Ihnen die richtigen Entscheidungen für Ihre Lieferkette zu treffen – auch wenn Sie das Gefühl haben, vor einer plötzlich aufkommenden Nebelwand zu stehen und nicht zu wissen, wie Sie Ihre Unternehmensziele erreichen können. Was-wäre-wenn Szenarien zeigen Ihnen unterschiedliche Wege auf, um die beste Möglichkeit zur Erreichung dieser Ziele zu finden. Auch auf unserem Herbstspaziergang haben wir den richtigen Pfad gewählt und waren froh, als sich der Nebel lichtete und wir das Gefühl der Unsicherheit hinter uns lassen konnten.

Kennen Sie schon unser Factsheet zum Thema?

In unserem Factsheet Was bringt mathematische Optimierung? finden Sie Details zu den 5 obengenannten Fragen und können so Ihre persönlichen Anliegen und Probleme noch besser einordnen.

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Alisa Temme
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Dr. Dominik Hollmann
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